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19.01.2021

Sträucher werden geschnitten, tote Bäume gefällt
Gehölzpflege des Baubetriebshofs bis 28. Februar

Rund 20 Pappeln fällen Mitarbeiter des Baubetriebshofs der Gemeinde Hille zurzeit an Wegen im Naturschutzgebiet Bastauwiesen südlich des Hartumer Sportplatzes. Pappeln wachsen schnell und altern auch schnell und sind dann anfällig für Windbruch. „Diese Bäume sind überaltert und werden gefällt“, sagt Baubetriebshofleiterin Dagmar Meinert. Nur eine Pappel werde nach Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde lediglich geköpft. „Hier verweist ein Loch auf einen zeitweisen Fledermausbesatz.“ Eine Neuanpflanzung von Bäumen werde es nicht geben. Denn die sind später  ein perfekter Ansitz für Krähen und Greifvögel, die es auf Bodenbrüter wie Kiebitz und Brachvogel abgesehen haben. „Wir werden dort einen Blühstreifen aus einer regionalen Saatgutmischung mit gebietsheimischen Pflanzenarten anlegen.“

Vom 1. Oktober bis 28. Februar dürfen Gehölzschnitt und Baumpflege- und Fällarbeiten  auch in Naturschutzgebieten ausgeführt werden. Daher gehört dies zu den Hauptarbeiten des Baubetriebshofs in den Wintermonaten. Auch Gehölzpflegearbeiten auf gemeindeeigenen Flächen gehören dazu. Dabei geht es um die Verkehrssicherungspflicht, für die die Gemeinde Hille im öffentlichen Bereich zuständig ist, sowie um die Unter- und Erhaltung von Bäumen und Sträuchern an Gemeindestraßen und innerörtlichen Bundes-, Landes- und Kreisstraßen, an Wegeseitengräben, öffentlichen Grünflächen  wie u.a. auf den Dorfplätzen und im Kurpark.

Nach Auskunft von Dagmar Meinert laufen übers Jahr von den eigenen Mitarbeitern und auch den Bürger*innen Informationen über die Sicht behindernde Äste, auf  Fahrbahnen wuchernde Büsche und andere potenzielle pflanzliche Hindernisse im Baubetriebshof an der Holzhauser Straße in Hartum ein.

Zudem prüft Baumkontrolleurin Sibylle Michels die Bäume im öffentlichen Bereich regelmäßig. Ihre Auswertung ergab, dass diesmal 36 Bäume nicht mehr standfest waren und gefällt werden mussten. Hinzu kommen aktuell jene Pappeln im Moor und viele durch die Hitzesommer vertrocknete Birken.

Acht Mitarbeiter des Baubetriebshofs sind täglich in drei Kolonnen in der Gemeinde unterwegs. Zu ihrer Schnittschutzkleidung gehören Hose, Jacke und Helm, als Arbeitsgeräte stehen ihnen unter anderem Motorsägen und Hoch-entaster zur Verfügung. Um in großer Höhe arbeiten zu können, mietet sich der Baubetriebshof einen Teleskopradlader mit Arbeitskorb – für den der Mitarbeiter den Nachweis „Arbeitssicherheit Baum II“ haben muss – und ein Anbaugerät für den Bagger, namens Schnittgriffy.

Sein Name ist Programm: Er hält mit dem Greifarm einen Stamm fest und schneidet dann Äste und Zweige ab. „Gerade bei Totholz ist schwer einzuschätzen, wohin alles fällt. Der Arbeiter bedient die Technik aus einiger Entfernung und steht somit außerhalb des Gefahrenbereichs“, erklärt Dagmar Meinert. So  hat die Baumkontrolleurin festgestellt, dass 167 Bäume, vor allen Dingen Eichen und Ahornbäume, wegen ihres Totholzanteils nicht mehr sicher für Autofahrer und Passanten sind, sie werden ausgeschnitten.

Apropos Passanten: Immer wieder ignorieren Spaziergänger, Fahrradfahrer und Freizeitsportler die Absperrungen, die die Kolonnen gerade zum Schutz derselben auf den Wegen aufgestellt haben. Das sei, warnt Ralf Kolanowski, Vorarbeiter der Straßenbaukolonne, verboten und lebensgefährlich.

Im Laufe der Monate werden zudem Sträucher auf den Stock gesetzt. Haselnuss, Schlehe, Weißdorn, Holunder und all die anderen Büsche treiben im Frühjahr neu aus und verdichten sich durch den Verjüngungsschnitt. Damit das Gewicht der langen Äste sie nicht auseinanderbrechen lässt, werden Kopfweiden geschneitelt. „Die gekappten Kronen bieten Lebensraum für Vögel und Insekten“, berichtet Dagmar Meinert.

Ein anderes großes Thema ist das Lichtraumprofil an Straßen und Gehwegen. Laubbäume wie Ahorn, Eichen und Linden werden aufgeastet, das heißt: Alle Äste werden bis zu einer bestimmten Höhe zurückgeschnitten. Bei Straßen liegt die Grenze bei 4,50 Metern, bei Gehwegen bei 2,50 Metern. Auch Obstbäume an Straßen sind zu pflegen, gerade wurden die am Bliewnißweg und an der Westerholzstraße in Nordhemmern beschnitten.

Der gesamte Grünschnitt werde, sagt Dagmar Meinert, gehäckselt und verkauft.

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