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Rothenuffeln

Kurpark in Rothenuffeln © A.Lüders
Kurpark in Rothenuffeln © A.Lüders

Historie

1146 wird zum ersten Mal Griepshop erwähnt, 1694 Rodenuffeln.

Der Name erinnert an die in den Wald hineingerodete Siedlung. Vor rund 175 Jahren war über die Hälfte des heutigen Dorfes noch mit Wald bestanden.

Seit dem 01.01.1972 gehört Rothenuffeln zu der neu gebildeten Kirchengemeinde Oberlübbe/Rothenuffeln. Im Dezember 1972 wird eine neue Kirche eingeweiht.

Im März 1977 erhält Rothenuffeln das Prädikat „ Staatlich anerkannter Erholungsort mit Kurmittelgebiet“. Im August 2018 wurde Rothenuffeln als Luftkurort staatlich anerkannt.

Luftkurort Rothenuffeln
Luftkurort Rothenuffeln

Rothenuffeln ist vor allem bekannt durch seine Badebetriebe, von denen das Bad Dammermann (Lindenmoor) (http://www.hotel-griepshop.de/) schon 200 Jahre besteht. Auch das Kurbad von Behren (http://www.kurhaus-pivittskrug.de/) ist sehr bekannt geworden, nachdem dort ein Thermalbad eingerichtet worden war. Beide Häuser wurden als Bauernbäder gegründet: In einer Zeit, in der nur die Allerwenigsten über eigene Badzimmer verfügten, dienten die Bauernbäder der ländlichen Bevölkerung als Reinigungsbad. Zu diesem Zweck wurden sie zumeist an den Wochenenden genutzt. In der Woche konnten Bäder mit heilenden Zusätzen wie Sole und Schwefel verabreicht werden. Kurgäste aus der näheren und weiteren Umgebung reisten mit dem Pferdewagen an und brachten Bettzeug und Verpflegung mit.

Die Zeiten sind vorbei. Wer sich zu Urlaub oder Kur in Rothenuffeln entschließt, findet heute zwei moderne Betriebe mit charmanten Zimmern für jeden Geschmack vor. Beide bieten Ruhe, Erholung, Entspannung, gutes Essen und Anwendungen nach Wunsch. Die bewährten Moorbäder und -packungen sind zentrales Anwendungsfeld geblieben. Sie wirken lindernd bei Frauenleiden, rheumatischen Beschwerden und anderen schmerzhaften Leiden des Bewegungsapparates.


Allgemein

Fläche: 7,86 km²,

Einwohner: 2.488 Einwohner.


Sehenswürdigkeiten

Plattdeutsch

Willkurmen in Roheniufel, in Iufel, wie wie segget, in den Dorpe der Gemeinde Hille, in den seit oba 250 Joan Lüe hier an de Kante vann Wiehengebirge Heilbäder niem kürnt. Früher würn dat Biuanbäder, vandoge het wie Kurhüser mit vierlen Therapieangeboten. Hier bi us kürnt de Lüe Heilung un Erholung fienen.

Seit 1977 es Iufel anerkannter Erholungsort. Dorümme het wie auk den Kurpark kriergen. Hei es besonnas schön met sine Fachwerkhüsa, den Dieken un den grauten Bömen. Vierle Bänke sind dor, up den man geut sitten un sik iutriuhen kann. In Iufel wurnt vandoge ungefähr 2700 Lüe. Iuse Dorp es oba nirgenhunnat Joars ault. Oll 1089 stäht de Nome in ne Urkunde. Un iuse Dorpdeil Eicksen es saugor nau öller . Hei stäht in de aulen Akten oll 1033 unna den Nomen Ekishuson.

Für olle Gäste, de geut teu Feute sind, gift et bi us vierle Rundwanderwege. Man kann dürt Dorp laupen, boben int Wiehengebirge oda auk int Meuoa gohn. De Wege sind vaschieden lang und schwoa. Sau es für jeden wat dorbie. Wenn man no boben int Wiehengebirge gäht, hät man den Blick oba ganz Iufel un wieta no Norden bet wät in de Norddeutsche Tiefebene harin. Man kann de Baustau seien, de dür dat Meuoa flüt. Früher halln de Lüe dat Meuoa drögelecht un Wiske dorvan moket. Dor sind de Störche wegeblierben. Un niu het se olles wier rückgängig moket. Niu segget se tue dat Gebiet „Feuchtgebiet Baustauniederung“. Niu esset wier nat inn Meuoa un de Störche sind auk wier dor un brütet jedes Joar.

Wenn ji no us in Iufel kurmt, schürt ji jiu wal wunnan oba iuse Dorp. Et es bi us fein un reke, un wie hät vierle Geschäfte inn Dorpe, in de man olles köpen kann, vann Bäcker bet teu de Apteiken. Un Doktas sind auk dor. Saugor giergen Teenekellen het wie iusen Tohndokta. Un denn sind dor nau de Wirtschaften. Vandoge segget se ja Restaurants dorteu. Dor kann man sik sau richtig satteten. Fein un elegant, wenn man well, obba auk ganz no alter Väter Sitte, met ne düchtige Portion iut iuse westfälischen Kürken.
Un niu nau wat ganz Wichtiges. Hier bi us inn Dorpe grüßt man sik nau un küat ne Mundvull metnanna, besonnas auk met de Frürmen, de in iusen Kurhüsern Heilung und Riuhe söket. Dat hewwe jümma oll don, dat höat bi us dorteu. Wie fröet us jumma, wenn wie neie Gesichta seiet.

Vierle Lüe in iusen Dorpe küat dat üfler Platt. Niu sind bi us ol mährere junge Öllern, de met ürn Kinnan auk wier Platt küat. Saugor in iuse Grundscheule het se dat Platt wir iutgroben. Se wütt dorfür sorgen, dat iuse Platt nich iutsterft. Un de Heimatvaein moket tweimol inn Joar in de Schürn inn Kurpark an Obend ne Klönrunde nur für Platt. Un wennt geut gäht, es auk mol bi us Gottesdienst in Platt.

Dat Besonnere an iusen Üfler Platt es dat „iu“. Dorumme kan man geut höan, ob einer iut Iufel kummt oda iut einen van iusen Nobadörpern.

Brunnenhaus

Brunnenhaus © A.Lüders
Brunnenhaus © A.Lüders

Das Brunnenhaus von 1769 am Kurhaus Dammermann, (heute Medical Wellness Hotel), Griepshop. Das Haus weist auf eine über 250jährige Tradition der Kurbäder in Rothenuffeln hin.

Gedenkstein Rothenuffeln

Gedenkstein Rothenuffeln © Gemeinde Hille
Gedenkstein Rothenuffeln © Gemeinde Hille

Das aus Sandstein errichtete Hochkreuz-Denkmal für Landrat Freiherr Carl von Schlotheim steht in einer Kehre der Passstraße über das Wiehengebirge unterhalb des Bad Oeynhausener Stadtteils Bergkirchen in Richtung Rothenuffeln. Es würdigt die besonderen Verdienste um den Kreis Minden.
Der Landrat von Schlotheim war verantwortlich für den Chausseebau, dessen erster Abschnitt 1857 eingeweiht wurde.

Nach Norden unmittelbar unterhalb des vorgenannten Gedenksteins liegt ein Doppelgrab mit zwei neugotisch gestalteten Gusseisenkreuzen für den Freiherrn von Schlotheim (1796 - 1869) und seine Frau Melanie (1803 - 1876) – sie war eine Nichte von Napoleon I. Bonaparte.

Nähere Informationen zu: Freiherr Carl Ludwig Theodor von Schlotheim (1796 - 1869)

Nähere Informationen zu: Melanie von Schlotheim (1803 - 1876)

Freiherr Carl Ludwig Theodor von Schlotheim (1796 – 1869)

Leben

Carl von Schlotheim wurde 1796 als Sohn einer Familie aus thüringischem Uradel geboren; der Freiherrenstand der Familie wurde 1844 durch den preußischen König bestätigt. Schlotheim war Sohn des kurhessischen Offiziers und späteren Generals Ernst Wilhelm von Schlotheim (1764–1845) und dessen Ehefrau Charlotte Sophie Sabine Dorothea von Lehsten (1772–1840). In seiner Jugend war er Page am Kasseler Hof von Jérôme Bonaparte, dem König von Westphalen (1807–1813).

Carl von Schlotheim wurde Offizier, nahm als Major seinen Abschied und wurde Amtmann auf Schloss Wietersheim, das 1820 durch seine Heirat in seinen Besitz gekommen war. Ab 1837 war er Mitglied im Kreistag des Kreises Minden. Während seiner Zeit als Amtmann förderte er den Ausbau der Deiche entlang der Weser; diese Maßnahme gab zahlreichen Menschen einen Arbeitsplatz.

Am 14. März 1849 wurde Schlotheim mit der Verwaltung des Landratsamtes im Kreis Minden beauftragt und am 30. November 1850 endgültig zum Landrat ernannt.

Während seiner Amtszeit wurden mit 15.000 Talern Staatszuschuss im Gebiet der heutigen Stadt Petershagen zahlreiche Deiche entlang der Weser errichtet, die größtenteils noch heute ihre Funktion im Hochwasserschutz haben. Carl von Schlotheim gilt als der „Straßenbauer“ des Kreises Minden.

Am 26. November 1853 beschloss der Kreistag einstimmig die von Carl von Schlotheim vorgelegte Denkschrift Promemoria als Programm für die Entwicklung des Kreises Minden. In dieser Denkschrift hatte er vorgeschlagen, die 135 Kilometer Straßen des Kreises in einem umfangreichen Programm von etwa 2000 arbeitslosen Tagelöhnern ausbauen zu lassen. Dieses Programm stellte sich in den folgenden Jahren als vorbildliche Arbeitsbeschaffungsmaßnahme heraus, die dem Kreis zu einem wirtschaftlichen Aufschwung verhalf. Das Programm gab den Tagelöhnerfamilien eine wirtschaftliche Perspektive und entlastete die Gemeinden von der Armenfürsorge. Die wirtschaftliche Not war in der Mitte des 19. Jahrhunderts sehr groß: so musste zum Beispiel das Amt Petershagen in den Jahren 1859 und 1861  1565 Taler für die Armenfürsorge aufwenden.

Carl von Schlotheim war Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses.

Literatur

  • Wilhelm Brepohl: In memoriam Landrat Freiherr von Schlotheim. In: Mindener Heimatblätter. Jg. 29, 1957, S. 102–105
  • Wilhelm Brepohl: Die „Gräfin von Wietersheim“. Eine Tochter Jerome Napoleons. In: Mindener Heimatblätter. Jg. 27, 1955, ZDB-ID 551392-3, S. 68–77 (Juni/Juli) und 89–105 (August)

Melanie von Schlotheim

Leben

Melanie von Schlotheim wurde 1803 als Félicité-Mélanie Adélaïde Lagarde wohl in Nantes geboren. Hier hatte ihre Mutter 1802 den jungen Fähnrich zur See Jérôme Bonaparte kennengelernt. Da dieser aber bereits Ende August 1802 nach Französisch-Westindien abkommandiert wurde und sich dann für längere Zeit in die Vereinigten Staaten von Amerika absetzte, erfuhr er zunächst nichts von der Geburt seiner Tochter.

Später bekannte sich Jérôme Bonaparte allerdings zu seiner Tochter. Als König von Westphalen schenkte er ihr 1810 das Rittergut Wietersheim. Gleichzeitig erhob er sie in den Adelsstand und verlieh ihr den Titel einer "Gräfin von Wietersheim".

Nach dem Zusammenbruch des Königreichs Westphalen ging Jérôme Bonaparte mit seiner Familie und den Resten seines Hofstaates ins Exil. Hier lernte seine Tochter Melanie ihren späteren Ehemann, den Kammerherrn ihres Vaters, Carl von Schlotheim, kennen. Am 15. November 1820, dem Geburtstag Jérôme Bonapartes, heiratete das Paar in Triest.

Melanie von Schlotheim starb am 8. Juli 1876 in Bad Oeynhausen an den Folgen eines Schlaganfalls.

Nachkommen

  • Charlotte Luitgard Melanie Ernestine von Schlotheim (* 6. November 1821 in Triest)
  • Eduard Ernst Franz Johann von Schlotheim (* 16. August 1823 in Paris, † 15. Juli 1886 in Seifershau in Schlesien)
  • Mathilde Charlotte Henriette Emilie Auguste von Schlotheim (* 3. Mai 1826 in Wietersheim)
  • Emilie Melanie Jérômia von Schlotheim (* 12. Oktober 1828 in Minden)

Quellen

  • Wilhelm Brepohl: Die »Gräfin von Wietersheim«. Eine Tochter Jérôme Napoleons / Ihr Leben und das Schicksal ihrer Familie. In: Mindener Heimatblätter, 27. Jahrgang (1955), Nr. 6/7, S. 68–77 und Nr. 8/10, S. 89–96.
  • Siegfried Lotze: Die Familien von Schlotheim und Jérômes Tochter Mélanie Gräfin von Wietersheim. In: König Jérôme und der Reformstaat Westphalen. Ein junger Monarch und seine Zeit im Spannungsfeld von Begeisterung und Ablehnung. (= Hessische Forschungen, Band 47), hrsg. von Helmut Burmeister, Hofgeismar 2006, S. 125–128.

Schlotheim
Schlotheim

Heuerlingshaus im Kurpark

Kurpark mit Kulturscheune in Rothenuffeln © A.Lüders
Kurpark mit Kulturscheune in Rothenuffeln © A.Lüders

Das ursprünglich 1836 erbaute Heuerlingshaus wurde vom Heimatverein im Kurpark wieder errichtet. Es ist in seiner Raumaufteilung voll erhalten und bietet Einblick, wie unter einem Dach auf engstem Raum Wohnung, landwirtschaftliche Nutzung und Viehhaltung eine Einheit bildeten. Die Anlage vermittelt den Besuchern Kenntnisse über die volkskundliche und sozialgeschichtliche Bedeutung des Heuerlingswesens.

An jedem ersten Sonntag in den Monaten April bis Oktober finden Führungen durch das Haus und Vorführungen alter handwerklicher und bäuerlicher Tätigkeiten im und am Heuerlingshaus statt.

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